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Nierenfreundliche Ernährung - so klappt’s!
Die Ernährung bei Nierenschwäche erfordert oft eine Reihe von Umstellungen. In diesem Artikel erfährst du, welche das genau sind und wie du mit der Hilfe von ein paar kleinen Tricks sowie der Mizu App ganz einfach den Überblick behältst.
Here's what you need to know
Das solltest du wissen
Ecco cosa c'è da sapere
Voici ce qu'il faut savoir
Esto es lo que debe saber
  • Die Ernährung spielt bei Nierenschwäche eine wichtige Rolle, um deine Nährstoffe im Blut im Gleichgewicht zu halten
  • Eine Anpassung der Ernährung kann dazu beitragen, das Fortschreiten der Nierenerkrankung zu verlangsamen und gesund zu bleiben
  • Genaue Empfehlungen für deine Ernährung mit chronischer Nierenkrankheit erhältst du immer von deinem Ärzteteam
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Nach der ersten Diagnose einer chronischen Nierenkrankheit (=CKD) prasseln oft zahlreiche Informationen auf dich ein. Zu diesen zählen auch viele Informationen und Empfehlungen für deine Ernährung, die eine wichtige Rolle beim Schutz deiner Nieren spielen kann.

Anpassungen deiner Ernährung können dabei helfen, die Funktion deiner Nieren zu erhalten, einen Fortschritt deiner Nierenerkrankung zu verlangsamen und deine Nieren fit und leistungsfähig zu halten. Für viele sind diese Empfehlungen für die Ernährung mit Nierenschwäche jedoch unübersichtlich und damit auch schwer umsetzbar. Daher haben wir in diesem Artikel eine Übersicht zu den wichtigsten Empfehlungen für die Ernährung mit Nierenkrankheit für dich zusammengestellt.

Mit der Hilfe dieser Tipps und Tricks bekommst du die Ernährung und Nierenschwäche ganz einfach unter einen Hut. Du solltest jedoch beachten, dass viele der Empfehlungen sich noch einmal zwischen verschiedene Stadien der Nierenkrankheit unterscheiden. In diesem Artikel werden wir versuchen, trotzdem die wichtigsten Empfehlungen für dich auf einen Blick zusammenzufassen. Detailliertere Informationen zur Zufuhr von Proteinen, Kochsalz, Natrium, Kalium und Phosphat findest du auch in anderen Artikeln der Mizu App.

Warum ist die Ernährung mit Nierenkrankheit so wichtig?

Dass deine Ernährung eine extrem wichtige Rolle für deine allgemeine Gesundheit und Fitness spielt, ist dir sicherlich bereits bekannt. Kein Wunder also, dass eine Umstellung deiner Ernährung bei CKD dazu beitragen kann, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Auch deine generelle Gesundheit kann allein durch Ernährung deutlich beeinflusst und verbessert werden. Es lohnt sich also in jedem Fall, ein Auge auf deine Ernährung zu haben!

Der Grund, warum deine Ernährung insbesondere bei CKD von großer Bedeutung ist, ist die Funktion und Aufgabe der Nieren in deinem Körper. Deine Nieren übernehmen in deinem Körper die Aufgabe eine:r Hausmeister:in. Dabei reinigen sie dein Blut im gesunden Zustand von Schadstoffen, Abfallprodukten und Abbauprodukten, die in deinem Körper anfallen. Bei einer Nierenschwäche nimmt diese Filterfunktion deiner Nieren zunehmend ab. Mit der Abnahme dieser Filterfunktion ist auch die Fähigkeit, wichtige Stoffe in deinem Blut im Gleichgewicht zu halten, reduziert.

Anpassungen deiner Ernährung können also notwendig sein, um genau dieses Gleichgewicht wieder herzustellen, wenn deine Nieren dazu allein nicht mehr ausreichend im Stande sind. Welche exakten Empfehlungen für die Ernährung mit Nierenschwäche gelten wollen wir uns nun einmal anschauen.

Proteine & Nierenkrankheit

Eiweiße (=Proteine) sind ein Basisbestandteil deiner Ernährung und dienen als Bausteine für deine Zellen und Organe. In deinem Körper wird Eiweiß später in Harnstoff umgewandelt, der mit deinem Urin ausgeschieden wird. Bei einer bestehenden Nierenschwäche können diese Abbauprodukte aus dem Proteinstoffwechsel nicht mehr ausreichend ausgeschieden werden.

Eine Anpassung und Begrenzung deiner Eiweißzufuhr kann in diesem Fall also dabei helfen, deine Nieren zu entlasten. Es gibt unterschiedliche Empfehlung. Die medizinische Fachgesellschaft KDIGO empfiehlt die Eiweißzufuhr in der Regel auf 0,8 - 1,2 g pro Kilogramm Körpergewicht und Tag einzuschränken. Das entspricht in etwa auch den Vorgaben für gesunde Menschen. Diese sollten im Fall einer CKD jedoch strikter eingehalten werden. Bei einem Körpergewicht von 80 kg entspricht das also einer Proteinzufuhr von 64 bis 80 g pro Tag.

In späteren Stadien wird oft sogar eine Beschränkung auf 0,6 - 0,8 g pro Kilogramm Körpergewicht und Tag empfohlen. Eine solche Proteinrestriktion sollte jedoch immer in enger Zusammenarbeit mit deinem Ärzteteam erfolgen. Das gilt vor allem wegen des Risikos einer Mangelernährung.

Beim Eintritt eines terminalen Nierenversagens (=CKD Stadium 5) wird oft auch wieder eine höhere Eiweißzufuhr empfohlen.

Kochsalz & Nierenkrankheit

Die Weltgesundheitsorganisation (= WHO), die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (= DGE) und andere Institutionen empfehlen die tägliche Zufuhr von Kochsalz auf maximal 5 g pro Tag zu limitieren, unabhängig von der Nierenfunktion. Diese Vorgaben decken sich auch mit denen der KDIGO, die für nierenkranke Menschen in den meisten Fällen eine Begrenzung der Kochsalzzufuhr auf maximal 5 - 6 g pro Tag empfiehlt.

Das liegt vor allem an Natrium, das zusammen mit Chlorid im Kochsalz (=Natriumchlorid) enthalten ist. Kochsalz besteht insgesamt zu 40% aus Natrium. Eine Begrenzung der Kochsalzzufuhr auf 5 - 6 g pro Tag entspricht also einer Begrenzung der Natriumzufuhr auf 2,0 - 2,4 g pro Tag.

Natrium ist so wichtig, da es in deinen Blutgefäßen Wasser bindet und so deinen Blutdruck in die Höhe treiben kann. Das wird vor allem dann zum Problem, wenn deine Nieren es nicht mehr schaffen, den Natrium- und Wasserhaushalt in Balance zu halten. Nicht Kochsalz an sich ist also das Problem, sondern das enthaltene Natrium.

Eine Einschränkung der Kochsalzzufuhr bei bekannter Nierenschwäche hält übrigens nicht nur deine Nieren, sondern auch dein Herz-Kreislauf-System fit und gesund.

Kalium, Phosphat & Nierenkrankheit

Die wichtigsten Vorgaben für deine Ernährung mit CKD beziehen sich auf Eiweiß und Kochsalz. Anpassungen deiner Kalium- und Phosphatzufuhr können zwar notwendig sein, allerdings sind diese nicht zwingend notwendig. Oft werden Anpassungen hier erst zu einem späteren Zeitpunkt der CKD notwendig, wenn die Nierenfunktion deutlich eingeschränkt ist und Laborwerte für Kalium (=Hyperkalämie) oder Phosphat (=Hyperphosphatämie) beginnen anzusteigen.

In diesem Fall ist die Nierenfunktion, die anhand der glomerulären Filtrationsrate (=eGFR) gemessen wird, so stark eingeschränkt, dass die Konzentration von Kalium und Phosphat nicht mehr richtig in Balance gehalten werden kann.

Bevor du also einfach den Kalium- und Phosphatgehalt deiner Ernährung reduzierst, solltest du immer erst mit deinem Ärzteteam sprechen, ob das auch wirklich notwendig ist.

1. Was gilt für Kalium?

Unabhängig von der Nierenkrankheit empfiehlt die DGE eine Kaliumzufuhr zwischen 3.500 und 4.700 mg pro Tag. Das hält dein Herz-Kreislauf-System fit und gesund. Sollten die Kaliumwerte bei Fortschritt der CKD ansteigen, kann eine weitere Einschränkung notwendig sein. Das erfährst du aber in jedem Fall von deinem Ärzteteam.

1. Was gilt für Phosphat?

Für Phosphat empfiehlt die KDIGO eine tägliche Zufuhr zwischen 10 - 15 mg pro Kilogramm Körpergewicht und Tag. Bei 80 kg sind das also zwischen 800 - 1.200 mg pro Tag. Die DEG empfiehlt für gesunde Menschen einen Zielbereich von etwa 550 mg Phosphat pro Tag. Dieser liegt also noch einmal deutlich niedriger.

Eine echte Einschränkung der Phosphatzufuhr ist also gar nicht wirklich nötig. Du solltest vielmehr darauf achten, diese Vorgaben auch genauer einzuhalten. Ob und wann das für dich notwendig ist erfährst du aber erneut durch dein Ärzteteam.

Wasser & Nierenkrankheit

1. Frühe Stadien der Nierenschwäche

Gerade in den frühen Stadien der Nierenschwäche ist es wichtig, dass du ausreichend Flüssigkeit zu dir nimmst. Diese Flüssigkeit unterstützt deine Nieren bei ihrer Arbeit und verhindert vor allem an heißen Sommertagen eine Dehydrierung (= zu wenig Wasser im Körper), was zu gefährlichen Schäden an deinen Nieren führen kann.

2. Fortgeschrittene Nierenschwäche & Nierenversagen

In fortgeschrittenen Stadien der Nierenschwäche und bei einem beginnenden Nierenversagen kann es sein, dass deine Urinmenge immer weiter abnimmt. Das liegt daran, dass die Filterfunktion deiner Nieren nicht mehr richtig funktioniert, wodurch weniger Wasser und Abfallprodukte deinen Körper über den Urin verlassen.

Das überschüssige Wasser kann sich dann in deinen Beinen (=Ödeme) oder auch in deiner Lunge (=Lungenödem) sammeln. Um das zu verhindern, kann in diesem Fall eine Einschränkung deiner Trinkmenge erforderlich sein. Das solltest du jedoch immer mit deinem Ärzteteam besprechen.

Ernährung mit chronischer Nierenkrankheit auf einen Blick

Im Folgenden findest du nun die wichtigsten der oben angesprochenen Empfehlungen zur Anpassung deiner Ernährung mit Nierenschwäche zusammengefasst:

Nährstoffe Empfohlene Zufuhr pro Tag Zusatzinformation
Protein 0,8 - 1,2 g/kg KG/Tag Bei Abfall der Nierenfunktion manchmal weitere Einschränkung notwendig (0,6 - 0,8 g/kg KG/Tag.
Kochsalz < 5 - 6 g/Tag Bei Abfall der Nierenfunktion manchmal weitere Einschränkung notwendig (< 5 g/Tag)
Natrium < 2,0 - 2,4 g/Tag Bei Abfall der Nierenfunktion manchmal weitere Einschränkung notwendig (< 2 g/Tag)
Phosphat 10 - 15 g/kg KG/Tag Weitere Einschränkungen nur nach Empfehlung durch Ärzteteam
Kalium 3.500 - 4.700 mg/Tag Weitere Einschränkungen nur nach Empfehlung durch Ärzteteam

An welchen Ernährungsformen kannst du dich mit Nierenschwäche orientieren?

Aktuell gibt es noch keine spezifische Ernährungsform, die explizit für Menschen mit CKD entwickelt wurde. Daher kannst du dich am besten an Ernährungsempfehlungen orientieren, die sich positiv auf dein Herz-Kreislauf-System und damit auf deine allgemeine Gesundheit auswirken.

Dazu zählen zum Beispiel die mediterrane Ernährungsform und die DASH-Diät. Beide Ernährungsformen legen großen Wert auf eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung mit einem Fokus auf frische Lebensmittel. Verarbeitete Lebensmittel, Zucker und ungesunde Fette sollen sowohl bei der DASH-Diät, als auch bei der mediterranen Ernährungsform eingespart werden. Weitere Informationen zu diesen Ernährungsformen findest du auch in anderen Artikeln der Mizu App.

1. Die mediterrane Ernährungsform

Wie der Name bereits verrät, beruht die mediterrane Ernährungsform auf der traditionellen Ernährung der Länder rund um das Mittelmeer (Italien, Spanien, etc.). Sie beinhaltet eine große Menge an frischem Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen und Samen. Mindestens zwei Mal pro Woche wird der Verzehr von Fisch oder Meeresfrüchte empfohlen.

Im Kontrast dazu solltest du rotes Fleisch, Zucker und industriell verarbeitete Lebensmittel vermeiden. Das bedeutet, dass vor allem natürliche, frische und unverarbeitete Lebensmittel in deinem Einkaufskorb landen sollten. Es ist auch üblich Olivenöl als Hauptfettquelle zu verwenden.

Wissenschafter:innen zeigten in der Vergangenheit, dass die mediterrane Ernährungsform das Risiko für die Entstehung und den Fortschritt vieler chronischer Erkrankungen, wie der Zuckerkrankheit, dem Bluthochdruck oder der chronischen Nierenschwäche reduzieren kann. Die mediterrane Ernährungsform eignet sich also ideal, um deine Nieren fit und gesund zu halten.

2. Die DASH-Diät

Die DASH-Diät steht für “Dietary Approaches to Stop Hypertension” und wurde ursprünglich dazu entwickelt, den Blutdruck zu senken. Kernelemente der DASH-Diät sind unter anderem ein vermehrter Konsum von Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, fettarmen Milchprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen und Samen - ganz ähnlich wie bei der mediterranen Diät.

Es wird außerdem empfohlen, den Verzehr von rotem Fleisch und Zucker zu reduzieren. Besonders wichtig ist es auch, salzreiche Lebensmittel links liegen zu lassen, um die Aufnahme von Kochsalz und damit Natrium zu begrenzen.

Hierzu belegten Wissenschafter:innen, dass die DASH-Diät zu einer Senkung des Blutdrucks und einem reduzierten Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen führen kann. Die verbesserte Blutdruckkontrolle und der reduzierte Salzkonsum können auch deine Nieren positiv beeinflussen.

Das Ernährungstagebuch der Mizu App

Bist du bereit das Gelernte in die Tat umzusetzen? Dabei kann dich die Mizu App bestmöglich unterstützen. Du kannst ganz einfach das Ernährungstagebuch dafür nutzen. In deinem Ernährungstagebuch kannst du deine persönlichen Zielkorridore für verschiedene Nährstoffe einstellen, einsehen und bei Bedarf anpassen.

Das gilt für die wichtigsten hier besprochenen Nährstoffe wie Proteine, Phosphat, Kalium, Natrium und Wasser. Hast du Fragen zu deinen persönlichen Zielkorridoren für die Ernährung mit CKD, kannst du dich immer an dein Ärzteteam wenden.

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