Was gilt als eine normale Phosphatzufuhr?
Laut aktuellen Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) aus dem Jahr 2024 liegt der Richtwert für die Phosphatzufuhr bei Erwachsenen bei etwa 550 mg pro Tag. Damit wurde der Wert, der zuvor bei etwa 700 mg lag, noch einmal nach unten korrigiert. Die Richtwerte für die Zufuhr von Phosphat fallen also auch ohne Nierenkrankheit bereits relativ niedrig aus. Bei erhöhten Phosphatwerten macht es entsprechend besonders Sinn, diese zu beachten.
Wie viel Phosphat sollte ich bei Nierenkrankheit zu mir nehmen?
Liegt dein Phosphatwert im Labor nicht deutlich über dem angegebenen Referenzwert, ist in der Regel keine zusätzliche Einschränkung deiner Phosphatzufuhr notwendig. Die medizinische Fachgesellschaft KDIGO empfiehlt für Menschen mit Nierenkrankheit häufig eine Beschränkung der Phosphatzufuhr auf 10 - 15 mg pro Kilogramm Körpergewicht und Tag.
Bei einem Körpergewicht von 80 kg entspricht das einem Zielkorridor zwischen 800 und 1.200 mg Phosphat pro Tag. Da dieser bereits deutlich über den Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung liegt, ist also keine wirkliche Einschränkung nötig. Du solltest eher darauf achten, dass du Phosphat in Maßen zu dir nimmst und auf zugesetztes Phosphat (z.B. Fertigprodukte) verzichtest.
Wie viel Phosphat du in deinem Fall zu dir nehmen solltest, besprichst du jedoch am besten immer mit deinem Ärzteteam. Die folgenden Vorgaben sind daher vor allem dann wichtig, wenn dein Ärzteteam dir empfiehlt, vermehrt auf deine Phosphatzufuhr zu achten.
Obst & Gemüse und Phosphat
Ganz grundlegend kannst du in Bezug auf Phosphat zu Obst & Gemüse sagen „her damit". Eine gesunde, gemüsereiche, mediterrane Kost ist empfehlenswert und enthält grundlegend relativ wenig Phosphat. Obst und Gemüse ist dafür oft reich an Kalium.
Oft wird dir in Ratgebern von Hülsenfrüchten abgeraten (z.B. Erbsen, Kichererbsen, Linsen, Bohnen). In Bezug auf Phosphat ist das aber gar nicht so wichtig, denn auch, wenn sie Phosphat enthalten, kann dein Körper pflanzliches Phosphat nicht so gut aufnehmen, wie das aus Milchprodukten oder Fleisch.
Eier und Phosphat
Zwei Eier entsprechen ungefähr dem Phosphatgehalt einer Portion Fleisch oder Fisch und gehen daher prinzipiell in Ordnung. Den zusätzlichen Einsatz von Eigelb, z.B. zum Verfeinern von Speisen oder Bestreichen von Gebäck beim Backen solltest du aber eher meiden.
Milch- & Milchprodukte und Phosphat
Grundsätzlich sind Milchprodukte eher phosphatreich. Unter verschiedenen Käsesorten gibt es aber zum Beispiel große Unterschiede in deren Phosphatgehalt. Frischkäse, Schmand, Hüttenkäse, Brie oder Camembert enthalten wenig Phosphat. Sie gehören also zu den für dich besseren Käsesorten! Aufpassen solltest du hingegen bei Emmentaler, Raclette oder Mozzarella.
Leider sind Schmelzkäsesorten quer durch die Bank richtige Phosphatbomben. Die solltest du echt meiden, denn 25 Gramm Schmelzkäse können bis zu 600 mg Phosphat enthalten. Das ist bei vielen mehr oder weniger die Hälfte des für dich empfohlenen Tagesrichtwerts an Phosphat.
Bei großen Mengen an Joghurt, Milch und Trinkschokolade solltest du auch aufpassen. Bei Soßen kannst du Milch übrigens oft problemlos durch ein Sahne-Wasser-Gemisch (1/3 Sahne, 2/3 Wasser) ersetzen.
Kartoffeln, Brot & Getreide und Phosphat
Weißbrote und Produkte aus hellem Weizenmehl enthalten normalerweise weniger Phosphat als Vollkornprodukte. Kartoffeln enthalten wenig Phosphat. Wie du aber sicherlich schon weißt, musst du bei Kartoffeln allerdings eher auf den Kaliumgehalt achten.
Du kannst außerdem Brote, die mit Hefeteig statt mit Sauerteig zubereitet wurden, bevorzugen. Hefeteig lässt das Phosphat im Getreide unangetastet, wodurch ein guter Teil direkt wieder ausgeschieden wird. Sauerteig andererseits löst das Phosphat beim Keimen aus seiner Verbindung, wodurch mehr Phosphat in deinen Blutkreislauf gelangt.
Nüsse und Phosphat
Nüsse enthalten normalerweise relativ viel Phosphat (und auch Kalium). 100g Erdnüsse sind zum Beispiel bereits ein Drittel deines täglichen Phosphat & Kaliumrichtwerts. Du solltest bei Problemen mit deinem Phosphat Nüsse also grundsätzlich nur in ganz geringen Mengen konsumieren.
Süßigkeiten und Phosphat
Es gibt viele Süssigkeiten, die eher wenig Phosphat enthalten. So kannst du zum Beispiel bei Gummibärchen zugreifen. Schokolade solltest du allerdings eher reduzieren und vor allem nicht eine ganze Tafel essen.
Fisch, Fleisch & Wurstwaren und Phosphat
So wie bei Käsen gibt es große Unterschiede bei unterschiedlichen Fleisch- & Wurstwaren. Salami, Mortadella, Bauchspeck, Corned Beef, Koch- oder Bierschinken enthalten beispielsweise sehr wenig Phosphat. Andererseits füllen eine Portion Leberwurst, Weißwurst oder Hasenfleisch auch schnell einmal die Hälfte des Referenzwerts für die tägliche Phosphatzufuhr.
Auch bei Fisch gibt es Unterschiede. Interessanterweise enthalten Fischstäbchen beispielsweise nur ungefähr die Hälfte an Phosphat im Vergleich zu einer Portion Seelachs.
Getränke und Phosphat
Bier enthält viel Phosphat, auch alkoholfreies Bier. Selbst in Wein versteckt sich Phosphat. Versuche also zu vermeiden, dich rein von Bier und Wein zu betrinken. Spaß beiseite - Alkohol solltest du sowieso eher in geringeren Mengen konsumieren oder sogar ganz darauf verzichten, wenn Phosphat ein Problem für dich darstellt. Das ist auch unabhängig von deiner chronischen Nierenkrankheit gut für deine Gesundheit.
Vorsicht ist auch bei Cola und Instantgetränken geboten. Schau' bei allen Getränken immer möglichst genau, was viel und wenig Phosphat enthält und triff danach die Entscheidung, was du heute trinkst.
Gewürze und Phosphat
Grundsätzlich enthalten auch Gewürze Phosphat. Allerdings wird dieses nicht so gut vom Körper aufgenommen, da es Phosphat auf pflanzlicher Basis ist. Daher kannst du in Bezug auf Phosphat eigentlich fleißig zu Gewürzen greifen!
Fertigprodukte & Zusatzstoffe und Phosphat
Es gibt eine Reihe an Lebensmittelzusatzstoffen, die in der EU als Geschmacksverstärker und Haltbarkeitsmittel eingesetzt werden dürfen. Sie werden auf verarbeiteten Produkten mit E-Nummern gekennzeichnet. Zum Beispiel ist E339 Natriumphosphat, oder E340 Kaliumphosphat. Dieses Phosphat wird leider vom Körper besonders gut aufgenommen. Daher sollten solche Produkte lieber im Regal liegen gelassen werden. Das ist ohnehin aus vielen Gründen für dich gesünder!
Die Gesamtdosis ist das Wichtigste
Wichtig ist nicht der Phosphatgehalt jeder einzelnen Mahlzeit. Worauf es wirklich ankommt ist die Gesamtmenge an Phosphat, die du über einen längeren Zeitraum einnimmst.
Isst du primär frische Lebensmittel und achtest bei der Auswahl deiner Lebensmittel zusätzlich darauf, dass du nicht zu viel Phosphat zu dir nimmst, solltest du deinen Phosphatwert schnell in den Griff bekommen.
Die Gesamtdosis ist das Wichtigste
Da Phosphat im Vergleich zu Kalium nur eher langsam schwankt, ist es für dich vor allem wichtig, dass die Gesamtmenge an Phosphat über einen längeren Zeitraum passt. Wenn du deine Phosphatbinder regelmäßig nimmst, primär frische Lebensmittel isst, und bei der Auswahl deiner Lebensmittel zusätzlich darauf achtest, dass du nicht zu viel Phosphat zu dir nimmst, solltest du deinen Zielphosphatwert locker erreichen können.



