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Welche Lebensmittel enthalten wieviel Kalium?
Eine pauschale Reduktion der Kaliumzufuhr ist bei Nierenkrankheit nicht notwendig. Im Verlauf kann bei Abnahme der Nierenfunktion und Anstieg der Kaliumwerte im Labor allerdings eine Einschränkung notwendig werden. In diesem Artikel lernst du, wie viel Kalium in welchem Lebensmittel enthalten ist.
Here's what you need to know
Das solltest du wissen
Ecco cosa c'è da sapere
Voici ce qu'il faut savoir
Esto es lo que debe saber
  • Viele Obst- und Gemüsearten enthalten relativ viel Kalium - die Logik dahinter ist aber leider nicht sehr transparent. Hier ist Lernen angesagt!
  • Eher reduzieren solltest du beispielsweise Pilze, Trockenfrüchte, Nüsse, Schokolade und Kartoffelprodukte
  • Wie immer ist es am wichtigsten, die richtige Dosierung von Lebensmitteln hinzubekommen, um einen Kaliumüberschuss zu vermeiden
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Sollte ich mich immer kaliumarm ernähren?

Die einfache Antwort lautet: nein. Denn es ist wichtig zu erwähnen, dass nicht alle Menschen mit chronischer Nierenkrankheit (=CKD) auch ein Problem mit ihrem Kalium haben. In vielen Fällen bleiben die Kaliumwerte bis zu einem sehr späten Zeitpunkt der Nierenerkrankung kein echtes Thema.

Aus diesem Grund empfiehlt die medizinische Fachgesellschaft KDIGO auch keine generelle Einschränkung der Kaliumzufuhr. Eine Einschränkung der Kaliumzufuhr über die Ernährung wird erst dann empfohlen, wenn sich in einer Laboruntersuchung ein Anstieg der Kaliumwerte zeigt (=Hyperkalämie).

Du solltest also nicht einfach versuchen, weniger Kalium zu dir zu nehmen. Bei fehlenden Problemen mit deinen Kaliumwerten gibt es in der Regel auch keine Einschränkungen zu beachten. Sprich vorher aber immer mit deinem Ärzteteam und frag nach, ob Kalium für dich ein Problem ist.

Welche Vorgaben gelten für gesunde Menschen?

Laut der „Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland“ (DEGS1) nehmen Erwachsene in Deutschland in etwa 4.000 mg Kalium pro Tag zu sich. Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für Erwachsene oft eine Kaliumzufuhr zwischen 3.500 und 4.700 mg pro Tag. Bei hohen Kaliumwerten im Labor kann eine Anpassung dieser Kaliumzufuhr notwendig sein.

Worauf kommt es wirklich an?

Kalium ist ein Nährstoff, der vor allem in pflanzlichen Lebensmitteln vermehrt vorkommt. Es ist aber grundsätzlich in allen Lebensmitteln enthalten. Wie du bereits weißt, musst du jedoch nicht auf vitaminreiches Obst und Gemüse verzichten.

Selbst wenn dein Ärzteteam dir empfiehlt, Kalium in deiner Ernährung zu reduzieren, ist es wichtig, dass du Kalium nicht aus deinem Ernährungsplan streichst, sondern einfach auf eine gesunde Balance achtest.

Dafür ist es wichtig zu verstehen, wie viel Kalium in den einzelnen Lebensmitteln enthalten ist. Auch die Portionsgröße von Lebensmitteln ist unheimlich wichtig. Als Beispiel: Petersilie und Kartoffeln enthalten beide relativ viel Kalium. Wer isst jedoch schon 100g Petersilie? 100g Kartoffeln hat man jedoch schnell einmal zusammen.

Leider gibt es aber keine wirklich gute Faustregel mit der du einfach abschätzen kannst, ob mehr oder weniger Kalium in einem Lebensmittel enthalten ist. Generell gilt jedoch, dass eine Handvoll Obst und Gemüse am Tag normalerweise in Ordnung geht.

Nachfolgend findest du daher trotzdem eine erste Übersicht für die wichtigsten Lebensmittelkategorien. Denke jedoch immer daran: diese Empfehlungen sind dann wichtig, wenn dein Ärzteteam dir eine Einschränkung deiner Kaliumzufuhr aktiv empfohlen hat.

Obst und Kalium

Kaliumarmes Obst sind beispielsweise Äpfel, Birnen, Heidelbeeren und Sauerkirschen.

Aprikosen, Bananen, Himbeeren, Honigmelonen, Johannisbeeren, Kiwi, Quitten oder Rhabarber solltest du eher meiden. Diese Obstsorten enthalten viel Kalium. Von getrocknetem Obst wie trockenen Aprikosen oder Bananenchips solltest du lieber komplett die Finger lassen. Sie enthalten noch gleichviel Kalium wie vor der Trocknung.

Obst aus Konserven enthält weniger Kalium als frisches Obst. Schütte dabei aber die Flüssigkeit lieber weg und iss' nur den Obstkompott, denn die Flüssigkeit enthält das Kalium, das nicht mehr im Obst drin ist.

Gemüse und Kalium

Kaliumärmere Gemüse sind beispielsweise Eisbergsalat, Chicorée, Chinakohl, Endivien, Feldsalat, Mungobohnensprossen, Zwiebeln, Gurken, Radicchio, Kopfsalat, grüne Paprika, Radieschen, Weißkohl oder auch Zucchini.

Viel Kalium enthalten andererseits Avocado, Auberginen, Blumenkohl, Broccoli, Karotten, Kohlrabi, Kürbis, Lauch, Mais, Rettich, Rosenkohl, rote Paprika, Tomaten, Schwarzwurzeln, Sellerie, oder auch Wirsing. Vorsicht auch bei Hülsenfrüchten wie Erbsen und Linsen. Diese enthalten ebenso viel Kalium - besonders grüne Bohnen.

So wie Obst enthält Gemüse aus Konserven weniger Kalium als frisches Gemüse. Schütte dabei aber die Flüssigkeit lieber weg, denn sie enthält das Kalium, das nicht mehr im Gemüse drin ist.

Milch- & Milchprodukte und Kalium

Kuhmilch, aber auch Milchprodukte wie Joghurt, Buttermilch oder Kefir enthalten relativ viel Kalium. Eine mögliche Alternative zu Kuhmilch ist Sojamilch, sie enthält im direkten Vergleich weniger Kalium als Kuhmilch.

Käse ist übrigens grundsätzlich eher kaliumarm.

Kartoffeln, Brote & Getreide und Kalium

Wenig Kalium ist in Bulgur, Cornflakes, Couscous, Maistortillas, Nudeln, Reis, Polenta, Spätzle, Semmelknödeln, Toastbrot, Zwieback, Weißmehlteigwaren oder auch Weißbroten enthalten. Wo du andererseits aufpassen musst, sind Müslimischungen und Vollkornprodukte. Diese solltest du eher nur in geringen Mengen konsumieren.

Besonders die berüchtigte Kartoffel in jeder Abwandlung solltest du mit Vorsicht geniessen. Pellkartoffeln, Kartoffelknödel, Pommes frites, Chips und weitere Kartoffelprodukte (auch Tiefkühlprodukte) sind allesamt richtige Kaliumbomben. Wie du vielleicht weißt, kannst du Kartoffeln länger und ohne Salz kochen, um deren Kaliumgehalt zu reduzieren. Übrigens solltest du immer vorsichtiger bei Speisen aus der Fritteuse oder aus der Pfanne sein, da diese Zubereitungsarten weniger Kalium entziehen.

Pilze & Nüsse und Kalium

Sowohl Pilze als auch Nüsse enthalten viel Kalium und du solltest sie daher nur in kleinen Portionen konsumieren. Greif' also nicht mit der ganzen Hand in die Schüssel mit Erdnüssen. Kleine Mengen von Nüssen in Kuchen, Gebäck oder von Pilzen in Salaten sollten den Rahmen aber nicht sprengen.

Bei Pilzen sind Shiitakepilze übrigens eine positive Ausnahme. Sie enthalten auf 200 Gramm unter 250 mg Kalium. Alle anderen Pilzsorten enthalten im Vergleich dazu das Doppelte oder mehr an Kalium, weshalb du bei Pilzen immer lieber zu Shiitakepilzen greifen solltest.

Süßigkeiten und Kalium

Zucker ist prinzipiell kein Indikator für viel oder wenig Kalium. Süßigkeiten gehen demnach grundsätzlich in Bezug auf Kalium in Ordnung. Aufpassen solltest du allerdings bei Schokolade, besonders bei Zartbitterschokolade - sie ist kaliumreich.

Du solltest vor allem größere Mengen an Frustschokolade versuchen durch etwas Anderes zu ersetzen. Jedem ist klar, dass eine gelegentliche Nascherei nötig ist, um die Seele zu stillen. Das sollte aber lieber nicht eine ganze Tafel Schokolade sein - die Menge macht's aus!

Fisch, Fleisch & Wurstwaren

Je nachdem, wie sich die anderen Blutwerte verhalten und in welchem Stadium der chronischen Nierenkrankheit du dich befindest, sollten etwas mehr als 100 Gramm pro Tag an Fleisch, frischem Fisch und Wurstwaren in Ordnung gehen. In vielen Fällen wird empfohlen, den Konsum von Fleisch und Fisch auf maximal zwei Tage pro Woche zu limitieren.

Getränke und Kalium

Es gibt kaliumreichere und kaliumärmere Getränke. Während Tees (mit Ausnahme von Brennesseltee), Mineralwasser und Leitungswasser eher wenig Kalium enthalten, sind Kaffee, Obst- und Gemüsesäfte, Wein und Bier kaliumreich.

Gewürze und Kalium

Auch wenn frische, getrocknete Kräuter ziemlich kaliumreich sind, werden sie ja zum Würzen meist eher in kleineren Mengen verwendet. Da Gewürze beim Kochen oft als Salzalternative empfohlen werden, können sie normalerweise auch achtsam zum Kochen genutzt werden - auch wenn sie kaliumreicher sind.

Was noch?

Vorsicht bei Weinstein-Backpulver, denn es enthält eher viel Kalium. Sauerrahmprodukte und deren pflanzliche Alternativen sind grundsätzlich kaliumarm. Achtung bei Diätsalzen, denn Kochsalzersatz besteht oft aus Kaliumchlorid. Deshalb sind diese bei Niereninsuffizienz nicht gut für dich.

Wie sehr muss ich auf all diese Dinge achten?

Wie du siehst, ist es auf den ersten Blick nicht unbedingt einfach zu verstehen, wieviel Kalium worin enthalten ist. Sollte dir dein Ärzteteam jedoch eine Einschränkung deiner Kaliumzufuhr empfohlen haben, ist es daher wichtig, dass du auf die oben genannten Punkte achtest.

Professionelle Ernährungsberater können dir oft mit ein paar cleveren Tricks helfen, durch die du bei deiner Ernährung auf fast nichts komplett verzichten musst.

In der Mizu App findest du noch viele weitere Tipps & Tricks. Du kannst beispielsweise mehrere tausend Lebensmittel und Rezepte auf Kalium überprüfen, oder auch ein Ernährungstagebuch führen und dieses auswerten. So wirst du in Windeseile zu einem echten Kaliumprofi!

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