Diabetes Mellitus ist eine der häufigsten Ursachen für die Entstehung einer CKD. Das gilt vor allem für den Typ 2 Diabetes, der oft auf wenig Bewegung, Übergewicht, Stress und auf unvorteilhafte Ernährungsgewohnheiten zurückzuführen ist.
Bei der Zuckerkrankheit kann der Zucker (=Glucose) aus dem Blut oft weniger gut in die Zellen des Körpers aufgenommen werden. So bleibt mehr Zucker im Blut und der Blutzuckerspiegel steigt an.
Wie hängen Diabetes und Nierenkrankheit zusammen?
Ein dauerhaft erhöhter Blutzucker kann über Jahre hinweg die kleinen Blutgefäße in verschiedenen Organen in Mitleidenschaft ziehen - unter anderem auch die Blutgefäße in den Nieren. Das führt dazu, dass die Filterfunktion der Niere nachlässt und sie lebenswichtige Stoffe wie Eiweiß durchlässt. Es kommt so zum Anstieg der Eiweißkonzentration im Urin (=Albuminurie). Das führt im Verlauf dann oft zu einem messbaren Verlust und Abfall der Nierenfunktion.
Umgekehrt kann eine eingeschränkte Nierenfunktion auch die Diabetesbehandlung beeinflussen: Einige Medikamente müssen angepasst oder ganz abgesetzt werden, der Blutzucker kann sich durch die veränderte Entgiftung des Körpers ebenfalls verändern. Ernährung wird damit zu einem zentralen Werkzeug für dich und hilft dir, beide Erkrankungen gleichzeitig in den Griff zu bekommen.
Welche Rolle spielt die Ernährung?
Deine Ernährung beeinflusst sowohl deinen Blutzucker als auch deine Nierengesundheit. Um Stoffwechsel, Blutzucker und die Nierengesundheit im Gleichgewicht zu halten, solltest du daher besonders auf bestimmte Nährstoffe achten.
Zu diesen gehören besonders Kohlenhydrate, Eiweiß, Kalium, Phosphat und Natrium, das ein wichtiger Bestandteil von Kochsalz ist. Ziel ist es, deinen Blutzucker stabil zu halten, deine Niere nicht zusätzlich zu belasten und dabei die Freude an gutem Essen nicht zu verlieren.
Wichtig dabei: Nicht alles ist strikt verboten. Vielmehr geht es um das richtige Maß, die Verteilung gewisser Nährstoffe im Tagesverlauf und die Auswahl der richtigen Lebensmittel. Die Mizu App kann dir helfen, deine Mahlzeiten im Blick zu behalten und individuell anzupassen.
Welche Empfehlungen gelten für Diabetes und Nierenkrankheit?
Viele Ernährungsempfehlungen für Menschen mit Diabetes und CKD überschneiden sich. Zu diesen gehören die folgenden Empfehlungen:
1. Ausreichend Eiweiß
Eiweiß ist ein wichtiger Bestandteil deiner Ernährung. Eine ausreichend hohe Eiweißzufuhr kann bei der Regulation deines Körpergewichts helfen und spielt damit in der Regel immer eine wichtige Rolle. Aber Achtung: Eine ausreichend hohe Eiweißzufuhr heißt nicht, dass du übermäßig viel Eiweiß zu dir nehmen solltest. Das kann bei bestehender CKD zum Problem werden. Bei Diabetes und Nierenkrankheit gilt also, dass du Wert auf eine ausreichend hohe Proteinzufuhr legen solltest. In der Regel sollte diese zwischen 0,8 und 1,2 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht und Tag liegen. Dein Ärzteteam wird dir genau sagen, welche Eiweißmenge in deinem Krankheitstadium der chronischen Nierenkrankheit angemessen ist.
2. Natürliche Lebensmittel
Setze vor allem auf natürliche und unverarbeitete Lebensmittel. Gemüse und andere ballaststoffreiche Lebensmittel helfen dir, den Blutzucker stabil zu halten und sind für deine Gesundheit von Vorteil. Das gilt in der Regel auch bei chronischen Erkrankungen.
3. Fertigprodukte vermeiden
Versuche Fertigprodukte nur in Maßen zu dir zu nehmen oder sogar ganz zu vermeiden. Sie enthalten oft zu viel Salz, Zucker und Phosphatzusätze. Auch diese Empfehlung gilt gleichermaßen bei Diabetes und chronischer Nierenkrankheit.
4. Gesunde Fette
Fett ist nicht schlecht, solange du auf gesunde Fettquellen setzt. Zu diesen zählen beispielsweise pflanzliche Öle oder Nüsse in kleinen Mengen. Diese halten dein Herz-Kreislauf-System fit und gesund. Das gilt unabhängig von einem Diabetes oder einer chronischen Nierenkrankheit.
5. Kalorien & Gewicht
Deine Kalorienzufuhr spielt eine wichtige Rolle für dein Gewicht. Ein Übergewicht kann bei Zuckerkrankheit und CKD zu einem Problem werden. Aus diesem Grund kann eine gezielte Reduktion der Kalorienzufuhr bei starkem Übergewicht empfohlen werden. Diese solltest du aber mit deinem Ärzteteam absprechen.
Das heißt: Auch wenn du an zwei Stellen auf deinen Körper achten musst, musst du deinen Alltag nicht doppelt kompliziert machen – viele der Empfehlungen halten Nieren und Stoffwechsel gesund und flexibel.
Wo gibt es Unterschiede bei der Ernährung mit Diabetes und Nierenkrankheit?
Ein paar Unterschiede und Spannungsfelder solltest du dennoch kennen. Diese haben wir hier für dich zusammengefasst:
1. Die Bedeutung von Kohlenhydraten
Ein bewusster Umgang mit zugesetztem Zucker und einfachen, schnell verfügbaren Kohlenhydraten (z.B. Glucose, Fructose) ist sowohl bei Nierenkrakheit als auch bei Diabetes, von Vorteil. Das heißt in der Regel weniger Weißmehl, Süßigkeiten und gezuckerte Getränke. Bei Diabetes solltest du jedoch besonders auf deine Kohlenhydratzufuhr achten, da diese für deinen Blutzucker von Bedeutung ist und gewisse Kohlenhydrate diesen stärker in die Höhe treiben. Bei chronischer Nierenkrankheit steht diese weniger im Fokus.
2. Kalium & Obst
Viele Obstsorten sind bei Diabetes durch die enthaltenen Ballaststoffe von Vorteil. Obst enthält jedoch oft reichlich Kalium. Während Kalium bei Diabetes darstellt, kann es besonders in fortgeschrittenen Stadien der chronischen Nierenkrankheit zum Problem werden. Ob und wann du auf deine Kaliumzufuhr achten solltest, besprichst du am besten mit deinem Ärzteteam.
3. Medikamente und Unterzucker
Bei CKD kann sich die Wirkung einiger Diabetesmedikamente verändern. So steigt in manchen Fällen das Risiko für einen Unterzucker, was auch Auswirkungen auf deine Ernährung haben kann. Darüber klärt dich dein Ärzteteam in jedem Fall auf.
Was sollte ich mir merken?
Wenn du mit Zucker- und Nierenkrankheit lebst, sollte deine Ernährung durchaus im Fokus stehen. Der richtige Umgang mit deiner Ernährungsweise ist dabei vielleicht etwas komplizierter als sonst - aber nicht unmöglich. Du solltest:
- deine Blutzuckerwerte im Blick behalten,
- wichtige Laborwerte für die Nierenkrankheit - wie Kalium, Phosphat und deine Nierenfunktion (=eGFR) - kennen,
- deine Mahlzeiten möglichst regelmäßig und ausgewogen gestalten,
- bei Bedarf eine individuelle Ernährungsberatung in Anspruch nehmen – vor allem, wenn deine Werte schwanken,
- auf die Vorgaben und Empfehlungen deines Ärzteteams achten, und
- Symptome für eine Unterzuckerung kennen und Maßnahmen mit deinem Ärzteteam besprechen.
Denk dran: Niemand ist perfekt, jeder kann und darf auch mal Fehler machen. Nutze Ressourcen wie die Mizu App, um deine Ernährung im Blick zu haben und den Überblick zu behalten. So bekommst du deine Ernährung einfach in den Griff und kannst mit Struktur, aber ohne Verzicht essen.



